Schönrain-Mühle

Breitingen wurde im Jahr 1225 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ebenfalls im 13. Jahrhundert begann die Ansiedlung von Wassermühlen im Lonetal. Es existieren an der Lone von Lonsee bis Breitingen acht Mühlen, davon zwei in Breitingen: Die „obere Mühle“ und die Schönrainmühle. Eine Mühle ist in Lonsee heute noch in Betrieb.

Wappen SchönrainmühleDie Schönrainmühle war bis ca. 1984 in Betrieb. Rückgängige Auftragslage und Krankheit haben den letzten Müller, Johann Georg Kächele (1922 bis 1996), zur Aufgabe des Handwerks bewegt. Seine Ehefrau Anna (1926 bis 2009) bewahrte die, in hervorragendem Zustand hinterlassene, Mühleneinrichtung bis zu ihrem Tode. Sie willigte ein, dass die Mühle der Nachwelt als Museum erhalten bleiben soll. Für diese Umsetzung bedanken wir uns bei der Eigentümerfamilie Kühnle.

Eine Bürgerinitiative, die Eigentümerfamilie und die Gemeinde Breitingen haben sich 2011 zusammengeschlossen, um mit der Schönrainmühle im Lonetal ein Museum zu schaffen und dieses der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Eröffnung des Mühlenmuseums fand dann am 28./29. April 2012 mit großem Interesse statt.

Wenn der Mühle wegen Versickerung der Lone kein Wasser zur Verfügung stand, wurde schon 1866 auf ein Göpelwerk (Pferdeantrieb) umgestellt. Ab dem Jahr 1928 wurde nur noch mit Strom gemahlen, die Kraftübertragung erfolgte über eine Transmission mit Flachriemen.
Um 1950 begann das große Mühlensterben der Rückschüttmühlen. Genau in dieser Zeit investierte der Müller in die Schönrainmühle und baute diese um. Die Mühle wurde aufgestockt und die Mahlstände durch zwei Walzenstühle ersetzt. Ein Mahlstand (mit Mahlsteinen) kann heute noch besichtigt werden. Auf diesem Mahlstand wurde bis zum Ende gemahlen bzw. geschrotet. Um 1960 wurde ein dritter Walzenstuhl und Pneumatik zur Beförderung des Korns eingebaut.
Der Müller hat außer der Mühle eine stattliche Landwirtschaft betrieben. In der Erntezeit hat er zeitweise bei anderen Landwirten mit seinem Mähdrescher gedroschen.
Das Korn wurde in den meisten Fällen vom Müller bei den Landwirten abgeholt und das Mehl auch wieder ausgeliefert, bis 1956 mit Pferdefuhrwerk, danach per LKW.

Schönrainmühle - Führer

Führung ca. 45 Minuten
Inhalt: Allgemeines und Historie, Ablauf eines Mahlvorganges, Antrieb (Werk), Reinigung des Korns, Schrotung, Mahlen, Sichten (Trennen von Mehl, Schrot usw.), Rohrboden, Absackung, Mischmaschinen.

Mühlenführungen werden von der Besitzerfamilie und sechs weiteren Mühlenführern durchgeführt. Die Mühlenführer sind, bis auf Herrn Dinkel (ehem. Müllermeister der Schapfenmühle) praktische Laien, jedoch in der Theorie fit.

Öffnungszeiten:
Von Mai bis Oktober finden im Mühlenmuseum an jedem ersten Sonntag um 14.00 Uhr und 16.00 Uhr Führungen statt. Eine Anmeldung wird empfohlen.

Anmeldung beim Bürgermeisteramt Breitingen
Telefon: 07340-919106
Email: info@breitingen.de
oder bequem online im Kontaktformular.

Führungen sind, auch für Gruppen, kostenlos.
Über eine Spende zur Erhaltung des Mühlenmuseums würden wir uns freuen.